Peregrin

Jetzt stellt euch eine karge, von Moos und Flechten, zähem Strauchwerk und vereinzelten Gruppen verkrüppelter Bäume dominierte Landschaft vor, der sich sehr wenig bewegt. Man hört kaum Vögel, es sind fast nie größere Tiere unterwegs. Beständig steigt kalten Dampf auf und behindert die Sicht. Der Himmel fast immer wolkenverhangen und es ist diesig. Weit und breit kein Mensch. Hier und dort sieht man Knochengerippe, von ledriger, rissiger und gegerbter Haut überzogen und von braunschwarzen Teerpfützen umgeben. Manchmal sieht man zerfallene Überreste von Betonbauwerken oder die zur Unkenntlichkeit verrosteten und verformten Gerippe ehemaligen Metalls. Es ist kalt, denn Wärme bedeutet Regen und Regen bringt den Tod. Ihr tragt einen komplett wasserdichten Anzug aus Kunststoffolie, eine Kapuze und müßt jeden freien Zentimeter Haut mit Plastikfolie bedecken. Über Gesicht und Mund tragt ihr ein dichtes Tuch oder einen Schal, vielleicht sogar eine Atemmaske. Auf dem Rücken schleppt ihr einen Rucksack mit den Notwendigen Vorräten: Trinkwasser, etwas Nahrung, Energiepillen, ein paar Werkzeuge und eine große Zeltplane mit Leinen, Haken und vielen, vielen Eisenkeilen. An einer starken Leine aus Kunstfaser schleift ihr einen schwer beladenen Plastikschlitten über das unwegsame Gelände hinter euch her und ihr lauft ein Rennen gegen die Zeit. Denn mit dem Abend kommen meist die Regenfälle und in der Nacht streifen die letzten überlebenden Fleischfresser hungrig umher.